Vorteile

Weshalb sollte man E-Mails an mehrere (nicht einander bekannte) Empfänger als Blindkopie verschicken?


E-Mail-Adressen, die der Absender in das Feld Bcc eingetragen hat, kann der Empfänger nicht sehen. Dies ist häufig aus mehreren Gründen sinnvoll:

Datenschutz und Diskretion

E-Mail-Adressen sollten vertraulich behandelt und nicht weitergegeben werden. Man kann nicht wissen, ob der Empfänger einverstanden ist, dass andere Adressaten dessen Namen und E-Mail-Adresse sowie andere eventuell vertrauliche Daten erhalten.

Beispiel 1: Frau Müller will eine geschäftliche E-Mail an einen Kunden schicken. Dieser Kunde sollte allerdings nicht erfahren, welche anderen Adressaten (z.B. konkurrierende Lieferanten, Anwalt) die E-Mail ebenfalls bekommen haben.

Beispiel 2: Der Versender eines Newsletters sollte diesen immer als Blindkopie verschicken, damit die Empfänger des Newsletters (dessen Inhalt z.B. brisante politische Texte, Informationen über eine Krankheit, erotische Witze oder Tipps für Hochverschuldete sein könnte) nicht die E-Mail-Adressen oder Namen der anderen Empfänger sehen können.

Beispiel 3: Jonas will die Einladung zu seiner Geburtstagsfeier per E-Mail an seine Gäste senden. Verschickt er diese nicht als Blindkopie, so hat Sebastian die E-Mail-Adresse von Lotte und kann ihr E-Mails senden, obwohl diese keine Nachrichten von Sebastian wünscht.

Schutz vor Spam

Um Werbemails an möglichst viele Menschen zu verschicken, sammeln Spammer E-Mail-Adressen. Diese beziehen sie unter anderem aus weitergeleiteten E-Mails, meist Kettenbriefen, die zuvor nicht als Blindkopie verschickt wurden.

Beispiel: Otto sendet einen elektronischen Kettenbrief an Lisa, Thomas, Paul und Inge. Lisa, Paul und Inge löschen den Kettenbrief. Thomas hingegen leitet die E-Mail an alle Personen aus seinem Adressbuch weiter. Im Inhaltsteil (Message Body) dieser E-Mail stehen Name und E-Mail-Adresse von Otto, Lisa, Paul und Inge, ohne dass diese davon wissen.

Der von Thomas weitergeleitete Kettenbrief wird noch gut ein Dutzend Mal weitergeschickt und erreicht so noch tausende andere Personen, von denen eine die E-Mail-Adressen aus dem Message Body an einen Spammer verkauft. Dieser versendet danach Spam an die neu erworbenen, garantiert gültigen Adressen.

Lisa, Paul und Inge bekommen also Spam, weil Otto die E-Mail nicht als Blindkopie weitergeleitet hat.


Kettenbrief

Ein nicht als Blindkopie versendeter Kettenbrief.

Schutz vor Viren

Ein Virus durchsucht alle E-Mails des infizierten Computers nach E-Mail-Adressen, um sich danach selbstständig an diese zu verschicken - ohne dass der Benutzer des infizierten Rechners etwas bemerkt.

Beispiel: Otto sendet einen elektronischen Kettenbrief an Lisa, Thomas, Paul und Inge. Monate später wird Pauls Computer mit einem Virus infiziert. Der Virus durchsucht Pauls E-Mails, findet unter anderem die E-Mail-Adressen von Lisa, Thomas und Inge und verschickt sich daraufhin selbstständig an diese. Außerdem versendet er sich an andere Personen aus Pauls Adressbuch und verwendet als Absender Namen und E-Mail-Adresse von Lisa (bzw. Thomas oder Inge). Der Virus entnimmt die E-Mail-Adressen übrigens nicht nur aus dem An- und Cc-Feld, sondern auch - wie der Spammer im vorhergehenden Beispiel - dem Inhalt der E-Mail.

Hätte Otto den elektronischen Kettenbrief als Blindkopie versendet, so wären Lisa, Thomas und Inge wahrscheinlich von den Virenmails verschont geblieben.


Kettenbrief

Dieser nicht als Blindkopie versendete Kettenbrief wurde innerhalb von fünf Tagen neun mal weitergeleitet und enthält bereits 154 E-Mail-Adressen.
Die wenigsten ahnen, dass ihr Name und ihre E-Mail-Adresse auf diese Weise wildfremden Leuten sichtbar gemacht wird. Weil ihre E-Mail-Adressen in diesem Kettenbrief stehen, ist die Chance groß, dass deren Besitzern Spam oder Viren zugeschickt wird.

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